Klingeltöne als Evolution des Mobilfunkmarkts

Was einst dazu gedacht war unterschiedliche Anrufer an verschiedenen Erkennungsmelodien zu identifizieren, hat sich sich in der Zwischenzeit zu einem kompletten Wirtschaftszweig entwickelt. Klingeltöne sind bereits seit vielen Jahren ein spezielles Thema. Selbst am Anfang des Handybooms konnte man in den Geräten schon verschiedene Melodien wählen mit denen ein Anruf angekündigt wurde. Über die Jahre hat sich dieser Bereich ständig weiterentwickelt. Zuerst waren es polyphone Versionen bekannter Hits die man sich per SMS von kostenpflichtigen Anbietern schicken lassen konnte. Später war es dann möglich selbstständig welche zu programmieren und man konnte sich im Internet quasi Bauanleitungen für populäre Songs oder Melodien runterladen. Die internen Speicher der Telefone wurden umfangreicher und schon kurz danach kamen die ersten Geräte auf den Markt die anstelle von Polyphonen Klingeltönen nun komplette MP3 Dateien, also komprimierte CD-Qualität, spielen konnten. Konnte man bei vorherigen Geräten immer nur einen Klingelton verwenden, so waren aktuelle Geräte jetzt in der Lage, dass man jedem Anrufer einen individuellen Rufton zuordnen konnte. Bei verschiedenen Anbietern konnte man diese Töne nun für einen geringen Eurobetrag herunterladen und schon bald wurde in der Musikbranche die Rubrik der Download-Charts eingeführt. Grade bei Jugendlichen brach ein regelrechter Boom aus und für viele war es völlig normal, die Klingeltöne wöchentlich, wenn nicht sogar täglich, zu wechseln. Seit dem der Speicherplatz der Handys weiterhin anwächst geht das Geschäft mit den Klingeltönen allerdings etwas zurück da viele heute einfach direkt ganze Lieder oder Alben herunterladen, welche sich mit verschiedenen Programmen schnell in einen Klingelton umwandeln lassen, so dass bei einem Anruf nicht immer der Song in kompletter Länge angefangen wird.
 
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